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Natur geschieht.

Evolution: interaktive Selbstkreation von wundervollem unintelligenten Design

seit 2014 und in progress

Ausgangspunkt des Projektes ist meine Faszination angesichts der Vielfalt und Komplexität der belebten Natur. Titel und Untertitel beziehen sich auf die Entstehung und Entwicklung des Lebens als einen Akt der Selbsterschaffung der Natur, den die Bewegungen von Kreationismus und Intelligent Design bestreiten. Tatsächlich sind die Ausprägungen des Lebens dem Entwurf eines noch so intelligenten Designers in Diversität und Funktionalität weitaus überlegen. Das Zusammenspiel der beteiligten Mechanismen, intrinsischen Systemeigenschaften und -voraussetzungen bei der Entfaltung des Lebens ist dabei dermaßen effektiv und komplex, dass es auch heute noch so manches Geheimnis birgt.
Dennoch scheuen sich Wissenschaftler nicht, sich der Thematik systematisch anzunähern. In vielen Bereichen haben sie auch bereits absolut erstaunliche Einsichten gewonnen (z.B. bei der Zellentstehung, -struktur und -funktionalität, der Embryonalentwicklung, der Gentranslation und -regulation u.v.m.), ohne dabei den Zauber, der der Natur innewohnt, zu mindern. Vielmehr legen die Biowissenschaften hier eine tiefere Ebene frei, auf der das Leben ein anderes, nicht minder faszinierendes Gesicht offenbart. Die Entstehung all dieser Prozesse und Strukturen des Lebendigen beruht auf übergreifenden Prinzipien, die ihre eigene Magie besitzen und selbst Gebiete aktueller Forschung sind.
Die Idee hinter dem Projekt Natur geschieht. ist, ausgewählte Methoden und Erkenntnisse aus dem Bereich der Biowissenschaften aufzugreifen und audiovisuell zu interpretieren, und so meiner Faszination von der Thematik Ausdruck zu verleihen und einen Dialog anzuregen.

Seit 2014 sind zwei Werkserien entstanden, die auf biowissenschaftlichen Einsichten basieren, die auf unterschiedlichen Ebenen gewonnen wurden:

> ZELLULAR



> Die Natur der Natur




Ausstellungsansicht Nature happens. im Deutschen Schiffahrtsmuseum, Bremerhaven, 2015:


ZELLULAR (hinten rechts), Die Natur der Natur (als Projektion) und The Colourful World of Life Sciences (Diabetrachter vorne)


Ausblick

BioComplexity

Über die Natur der wachsenden Komplexität in biologischen Systemen

Basierend auf wissenschaftlichen Ansätzen und Erkenntnissen zur Dynamik komplexer biologischer Systeme − ein äußerst aktives, erfolgreiches und faszinierendes interdisziplinäres Forschungsgebiet, das in nicht-wissenschaftlichen Kontexten bisher noch wenig Beachtung findet − strebt das Projekt ein allgemeineres Verständnis der ureigenen Natur der Evolution biologischer Systeme zu immer höherer Komplexität an: Ist die Komplexität, die wir beobachten, nur ein Zufall oder eher ein Phänomen, das auf einer Art Logik, d.h. system-inhärenter Schlüssigkeit beruht?
Eine zweite Projektphase wird sich der Entwicklung eines künstlerischen Vokabulars zur audiovisuellen Interpretation der gewonnenen Einsichten widmen, das den Richtlinien wissenschaftlicher Theorien angelehnt ist − so einfach wie möglich und so detailliert wie nötig. Die auf diesem Vokabular basierenden künstlerischen Arbeiten bilden somit eine Art Meta-Darstellung der ursprünglich betrachteten Phänomene der belebten Natur mit einem wachsenden Grad an Komplexität, wie die Enstehung der Zelle, die Entwicklung von sterblichen Vielzellern aus potentiell unsterblichen Einzellern und das Aufkommen von Altruismus und (Selbst-) Bewusstsein.



Projektbezogene wissenschaftliche Kontakte:
Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie, Medizinische Universität, Graz, AT
Institut für Molekulare Biochemie, Technische Universität, Graz, AT
Institute for Computational Complex Systems Research, BECS, Aalto University, Espoo, FI
The Nymphalidae Systematics Group, University of Turku, FI
Prof. Ernst Peter Fischer, Autor und Wissenschaftshistoriker, Universität Heidelberg
Dr. Bank Beszteri, FB Polare Biologische Ozeanographie, Alfred-Wegener-Institut, Bremerhaven, DE
Dr. Evandro Ferrada, Evolution and Complexity on Earth Group, Santa Fe Institute, US



Projekt freundlich unterstützt durch:
Landesregierung Steiermark, AT
Kone Foundation, FI
Zentrum für Diatomeenforschung, Alfred-Wegener-Institut, DE